Psychiatrische Rehabilitation SGB XII

 

Der Psychiatrische Rehabilitationsbereich des Luisenheims als formalrechtlich anerkannte Einrichtung der Eingliederungshilfe stellt insgesamt 90 vollstationäre Wohnheimplätze für psychisch behinderte und suchmittelabhängige Menschen zur Verfügung. Davon befinden sich 60 Plätze auf dem weitläufigen Gelände des Vinzenz von Paul Hospitals im Wohnheim Katharina. Weitere 30 vollstationäre Plätze bietet unsere Außenwohngruppe „Stadt“.

1. Geschlossen geführter Eingliederungshilfebereich

Für Menschen mit einem besonderen Potential an selbstgefährdeten Verhaltensweisen hält der Psychiatrische Rehabilitationsbereich des Luisenheims 20 Wohnheimplätze vor, die unter geschlossenen Bedingungen geführt werden. Hier steht der beschützende und strukturierende Auftrag im Vordergrund, der mittelfristig das Ziel verfolgt, den Betroffenen zu einer gefahrlosen Lebensführung außerhalb des geschlossenen Rahmens zu befähigen. Die Bewohner sind in der Regel auf freiwilliger Basis oder auf der Grundlage eines Unterbringungsbeschlusses nach § 1906 BGB auf der Wohngruppe.

2. Offen geführter Eingliederungshilfebereich

Allgemeines Ziel ist es, den seelisch behinderten Menschen zu befähigen, den bestmöglichen Gebrauch von seinen Fähigkeiten zu machen, um am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Die Anforderungen an die Selbstversorgung als wesentliche Voraussetzung einer selbständigen Lebensbewältigung erfolgen dabei schrittweise. Zu diesem Zweck werden differenzierte, an den Ressourcen des Bewohners orientierte Trainingsprogramme durchgeführt. Mit zunehmender Verselbständigung werden weitere relevante Lebensbereiche wie Umgang mit Geld, Gestaltung sozialer Beziehung oder Freizeitgestaltung in die individuelle und kontinuierliche Förderung einbezogen.

Die Außenwohngruppe „Stadt“ stellt für viele Bewohner ein Sprungbrett für ein eigenverantwortliches Leben außerhalb des vollstationären Settings dar. Durch die besondere Lage – mitten im Zentrum der Stadt Rottweil – soll ein Höchstmaß an gleichberechtigter Teilhabe verwirklicht werden. Für die Bewohner bedeutet dies ein Leben in Nachbarschaft, Leben im Stadtteil und Partizipation am örtlichen Geschehen.

Zur Aufnahme in den Psychiatrischen Rehabilitationsbereich des Luisenheims kommen insbesondere jüngere chronisch psychisch kranke und abhängigkeitskranke Menschen, deren Teilhabefähigkeit am Leben der Gesellschaft - zumindest vorübergehend - behinderungsbedingt erheblich eingeschränkt ist. Die speziell für diesen Personenkreis konzipierten Rehabilitations- und Therapieangebote zielen darauf ab, die persönliche Entwicklung der Bewohner zu fördern, Selbsthilfepotentiale zu entfalten und eine möglichst selbst verantwortete Lebensführung zu eröffnen und abzusichern. Dies erfolgt durch umfangreiche und vielfältige Förder- und Unterstützungsangebote und individuell abgestimmte assistierende Hilfen in den Bereichen Wohnen und Tagesstruktur.

Die Tagesstrukturierung findet insbesondere im Förder- und Betreuungsbereich des Luisenheims statt. Dort werden überwiegend Montage-, Holz- oder hauswirtschaftliche Arbeiten durchgeführt, die auf die Förderung einer sinnvollen, nichterwerbsbezogenen Beschäftigung ausgerichtet sind. Die Angebote dienen nicht dem Erwerb des Lebensunterhaltes. Sie tragen jedoch entscheidend zur psychischen Stabilisierung und damit zur Verbesserung der Teilhabefähigkeit der Bewohner bei mit dem Ziel der Beschäftigung in einer Werkstatt für Behinderte (WfbM) oder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.

Für unsere älteren Bewohner werden im Rahmen der  Seniorenbetreuung bedarfsorientierte tagesstrukturierende Angebote u.a. in den Bereichen Freizeitgestaltung, Aktivierung und individuelle Lebensgestaltung zur Verfügung gestellt.

Ein Teil der Bewohner geht einer regulären Beschäftigung in der WfbM des Vinzenz von Paul Hospitals nach.

Leistungen nach SGB XII

  • Soziale und alltagsbezogene Förderung in den Bereichen Wohnen, Freizeit, Tagesstrukturierung
  • Sicherung der Basisversorgung
  • Geschlossenes Wohn- und Betreuungsangebot für Menschen in besonderen Gefährdungssituationen
  • Suchtspezifische, psychoedukative und bewegungsorientierte Angebote
  • Differenzierte Trainingsprogramme zum Erwerb lebenspraktischer Kompetenzen
  • Vielfältige tagesstrukturierende Maßnahmen
  • Hilfen zur Ausgestaltung der Freizeit einschließlich erlebnispädagogischer Aktivitäten
  • Kontinuität der Beziehungsarbeit durch Bezugsbetreuung
  • Sicherstellung behandlungspflegerischer Maßnahmen durch Beratende Pflegekräfte
  • Unterstützung durch den Sozialen Dienst
  • Seelsorgerische Begleitung und Möglichkeit der hausinternen Betreuung durch den Ärztlichen Dienst